Testbericht Land Rover Discovery II

Geländewagen zum Einsatz bei Bewachungsunternehmen und Behörden

Anfang Dezember 1998 und Februar 1999:
Deutschland leidet unter einer Schnee- und Kältewelle: Der Verkehr kommt in manchen Städten und Autobahnen (auf einer Bahn ca. 60 Km Stau) zum Erliegen, Flüge werden gecancelt, Züge und Straßenbahnen verspäten sich erheblich, wenn sie überhaupt fahren können. Ganze Bergdörfer sind eingeschneit.
Hunderttausende kommen zu spät oder gar nicht zur Arbeit.

DIE PROBLEME
Was hat dies aber für Auswirkungen auf die Arbeit der privaten Sicherheitsdienste ? Wachleute, die teilweise seit 10 oder 12 Stunden im Dienst sind, müssen umgehend abgelöst werden, die Ablösung kommt aber nicht durch, der Abgelöste nicht weg. Andere Wachobjekte, teilweise abgelegen, müssen dringend besetzt oder mit Ausrüstung versorgt werden, können aber aufgrund stark verschneiter Fahrbahnen nicht angefahren werden.

Auch Behörden wie z.B. Polizei, Zoll und Bundesgrenzschutz haben mit den extremen Straßen-bedingungen zu kämpfen, da ihre Fahrzeuge (bis auf Lackierung und Blaulicht) ja normale Straßenfahrzeuge sind, ohne bessere Fahreigenschaften als die der Bürger. Somit bleibt auch der Streifenwagen im Schnee stecken. Ein Einsatzort kann nicht erreicht werden, obwohl es manchmal auch um Leben und Tod gehen kann.

Während der Hochwasserkatastrophen in den letzten Jahren waren Straßen überflutet oder so stark verschlammt, daß sie für einen normalen Pkw unpassierbar waren.
Angeschwemmtes Öl oder Giftpäckchen an Stränden, vermißte Personen oder rumänische Diebesbanden in Waldgebieten, Kontrollen von Pferdeweiden nach Anschlägen, blockierte Straßen durch umgestürzte Bäume und Schlammlawinen, starke Schneefälle, Glatteis – es gibt viele Einsätze, bei denen normale Pkw Schwierigkeiten haben.

Mit welchem Fahrzeug kann nun der Sicherheitsdienst oder die Behörde in solchen Situationen den geregelten Dienstablauf und die Einsatzabwicklung sicherstellen ?
DIE LÖSUNG
Wichtig wäre, wenn sich im Fuhrpark mindestens ein Fahrzeug mit Allradantrieb, besser noch ein richtiger Geländewagen, befinden würde. Hiermit bestände auch bei schlechtesten Wetter- und Straßenverhältnissen noch die Chance, die bewachten Objekte und Einsatzorte anzufahren, Personal abzusetzen bzw. abzuholen.
Nicht immer jedoch herrschen Extrembedingungen. Daher sollte das Fahrzeug gute, „normale“ Fahreigenschaften haben, um auch im regulären Dienstbetrieb eingesetzt werden zu können, bei schwierigen Lagen aber dann sofort, d.h. ohne Umrüstung, für besondere Transporte zur Verfügung zu stehen. Trotzdem sollten die zusätzlichen Einrichtungen zur Geländegängigkeit so simpel zu bedienen sein bzw. automatisch einsetzen, daß eine zeitaufwendige Einweisung oder ein spezielles Training für den jeweiligen Fahrer entfallen kann.
 

Welche technischen Anforderungen sollte nun so ein Fahrzeug erfüllen ?
Grundeigenschaften könnten sein:
- Dieselmotor, da sparsam und robust, hohe Kilometerleistung, evt. mit Turbolader
- Verbrauch so gering wie nur möglich, um die laufenden Kilometerkosten niedrig zu halten,
- Zulässiges Gesamtgewicht über 2.8 t, damit Gewichtsbesteuerung (DM 337,-/Jahr) möglich ist
- 5 Sitze, besser noch 7 Sitze, um auf einer Fahrt möglichst viel Personal befördern zu können
- 5 türig
- Mindestgeschwindigkeit 150 km/h
- Allrad, möglichst permanent und evt. automatische Schlupfregelung, damit wechselnde Fahrer auch ohne besondere Einweisung die Vorteile des Systems nutzen können.
- Qualitativ gute Verarbeitung, möglichst korrosionsresistent (Aluminium oder verzinkt)
- Gute Bodenfreiheit, um Geröll oder Hindernisse auf der Fahrbahn überfahren zu können
- Gute Wattiefe, um auch überspülte Straßen noch nutzen zu können.
- Einigermaßen „normale“ Abmessungen, passend für vorhandene Garagen bzw. Tiefgaragen

Auf der Suche nach einem Fahrzeug, welches das o.a. Anforderungsprofil erfüllen könnte, stieß der Autor auf den neuen Land Rover Discovery Td5.
Die Firma Rover stellt die Land Rover seit 1948 her. Interessanterweise sind 70% der Fahrzeuge noch im Dienst, was für eine hochwertige und robuste Verarbeitung spricht. Grob kann man die Geländewagen der Firma in drei Gruppen einteilen:
Freelander: untere Preisklasse, kompakte Abmessungen, Geländewagen mit Personenwagenkomfort
Defender: untere bis mittlere Preisklasse, robuste Fahrzeuge, bereits im Einsatz bei Militär und Polizei im Ausland
Discovery: mittlere bis obere Preisklasse, mit guter Straßentauglichkeit und Komfortausstattung
Range Rover: Luxusklasse mit hervorragenden Geländeeigenschaften, Preise ab 100.000,- DM.

Auf der Sicherheitsmesse „Security“ sind Land Rover auch als gepanzerte Fahrzeuge für den Personenschutz zu besichtigen.

DIE TECHNIK
Was kann nun der o.a. Land Rover Discovery Td5, der im Februar 1999 auf den Markt kommt ?
Hier einige technische Daten:
5-Zylinder-Turbodiesel (mit Pumpe-Düse-Direkteinspritzung) 2,5 l mit 139 PS
permanenter Allrad, Zentraldifferential (v:h 50:50), elektronische Schlupfregelung aller 4 Räder
5-Gang Schaltgetriebe, Scheibenbremsen
5 oder 7 Sitzplätze (gegen Aufpreis)
Länge/Breite/Höhe: 4.705/1.855/1.883 mm
Bodenfreiheit 200 - 250 mm,
Zul. Gesamtgewicht (je nach Ausstattung) 2.750 – 2.880 kg
Verbrauch (Diesel): 11,5 l/Stadt, 8,2l/außerstädtisch, 9,4l/gemischt (Tankinhalt: 95 l)
Steuer: Schadstoffarm Euro 2 (DM 725,-) aber über 2.8 t Gewichtsbesteuerung möglich
Höchstgeschwindigkeit: 157 km/h (139 PS)
Serienausstattung: 2 Airbags, ABS, el. Schlupfregelung, el. Bergabfahrhilfe, Servolenkung, el. Fensterheber, el. verstellbare Außenspiegel, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, Alarmanlage, getönte Scheiben, höhenverstellbares Lenkrad, Leichtmetallfelgen, Radiovorbereitung mit 4 Lautsprechern, Heckwischer mit Intervall, geteilt umklappbare Rücksitzbank.

Soweit die Daten auf dem Papier. Es ist zu erkennen, daß aller Komfort eines Straßen-Pkw geboten wird, bei gleichzeitiger guter Geländegängigkeit.

DIE PROBEFAHRT
Wie fährt sich jedoch dieses Fahrzeug, insbesondere für jemand, der noch nie einen Geländewagen gefahren hat und so die Möglichkeit nicht kennt, bei schlechten Fahrbahnverhältnissen doch noch durchzukommen ? Muß man erst einen Lehrgang machen, oder beherrscht man die Vorteile schnell ?

Der Wohnort des Testers im Sauerland leidet zur Zeit der Artikelerstellung unter Regenfällen mit überschwemmten Straßen, kurz darauf unter heftigen Schneeschauern bis in die Bergtäler, was die Fahrt zu einem außerhalb liegenden Gewerbegebiet (und die Befahrung der dortigen, verschneiten Betriebsgelände) zu einer kribbeligen Angelegenheit werden läßt. Aufgrund der Behinderungen können die Objekte nicht so häufig wie von den Kunden gewünscht kontrolliert werden. Dies kann zu Problemen führen, wenn in den größeren Zeitabständen zwischen den Kontrollen etwas passieren sollte.

Die Firma Rover Kaltenbach in Lüdenscheid stellte dankenswerterweise kurzfristig ein Testfahrzeug zur Verfügung. An einem kalten Montagnachmittag wurde das Fahrzeug abgeholt. Der erste Eindruck: Man sitzt wesentlich höher als in einem Pkw, hat dadurch aber einen besseren Überblick. Über die vor einem fahrende Pkw-Schlange sieht man weit hinweg und kann eher erkennen, daß plötzlich abgebremst wird.

Die nächste Überraschung bei der Ankunft an der Heimatanschrift: -Die Fahrt war angenehm, doch beim Aussteigen kommt der Beifahrer fast zu Fall - die Straße ist glatt. Im Discovery war nichts davon zu bemerken, vermutlich aufgrund der vielen kleinen elektronischen Helferlein, die ständig dafür sorgen, daß sich der Fahrer aufs Wesentliche beschränken kann.

Später am Abend:
Es war mittlerweile empfindlich kühl geworden und Schnee gefallen; die besten Voraussetzungen für einen Fahrtest. Die Fahrbahn war teilweise vereist, Schneeflocken behinderten die Sicht. Auf der Landstraße zu einem Nachbarort fahren die Pkw´s vor dem Tester so merkwürdig: es ist glatt geworden, zwischen der Schneedecke befinden sich Eisplatten. Dem Discovery ist nichts anzumerken, ruhig und gleichmäßig zieht er seine Bahn, im Gegensatz zu den anderen Verkehrsteilnehmern: immer wieder leuchten Bremsleuchten auf und versuchen die Fahrer durch hektisches Gegenlenken ihr Fahrzeug in der Spur zu halten.
Das reizt natürlich nun den Tester: Auf dem verschneiten, riesigen Parkplatz eines Möbelhauses wird versucht, den „Disco“ aus der Bahn zu bringen. Um es kurz zu machen: es war nichts zu wollen - trotz brutaler kick-downs drehten die Räder nicht durch. Ein kaum merkbares Rucken - ein kleines Lämpchen leuchtet auf, die Anti-Schlupf-Regelung wird automatisch aktiviert- und mit etwas höherer Drehzahl und Lautstärke zog der Land Rover an.

Der letzte Test in der Nacht:
Über einen rutschigen Waldweg mit einer abschließenden, starken Steigung hoch zu einer Waldhütte. Mit dem normalen Pkw war das immer Glückssache: Nach der letzten Bodenwelle mußte die Steigung in der richtigen Geschwindigkeit angefahren werden, um bis auf das Plateau vor der Hütte zu kommen. Dies ging nie ohne fliegenden Schotter ab, den die durchdrehenden Räder in die Radkästen schleuderten.
Ganz anders die Fahrt mit dem Discovery: Durch den permanenten Allradantrieb im zweiten Gang bis zur Bodenwelle (kaum zu spüren), dann die Untersetzung rein - und ruhig und gleichmäßig ging’s bergan, ohne daß die Räder nur einmal durchdrehten.

Zigarettenpause auf der Höhe, dann für den ungewohnten Geländewagenfahrer der Teil, der für ein mulmiges Gefühl in der Magengegend sorgt: Die nächtliche Abfahrt von der Berghütte in einer mondlosen, feuchtkalten Nacht auf einem nassen, ungeteerten Waldweg. Was, wenn die rund 2,8 Tonnen Fahrzeuggewicht ins Rutschen geraten ? Die eine Fahrbahnseite wird durch eine Böschung begrenzt, aber auf der anderen Seite geht’s steil bergab bis in ein Flußbett. Für die Abfahrt gibt’s aber im Discovery einen Schalter namens „HDC“. Dieses System bewirkt, daß die Geschwindigkeit bei der Abfahrt auf 7 - 9 km/h automatisch begrenzt wird mit dem Erfolg, daß die volle Lenkfähigkeit erhalten bleibt. ABS und automatische Bremskraftverteilung EBD sorgen dafür, daß der Fahrer sich nur um das Lenken zu kümmern braucht. Nach 20-30 Metern ist die Fahrt dem Tester fast schon zu gemütlich, zu langsam, aber es wird kein Risiko eingegangen. Im Falle eines Unfalles könnte es 1-2 Tage dauern, bis man hier gefunden würde.

Nachts um 4:00 Uhr: Am liebsten würde der Tester noch fahren und probieren, aber die Müdigkeit ist stärker. Das Fazit der Probefahrt: Noch nie hat sich der Tester in einem Fahrzeug so sicher gefühlt und so zuversichtlich, daß man das Fahrtziel auch erreicht, egal welche Witterungs- und Fahrbahnbedingungen beim Fahrtantritt herrschen oder der Wetterbericht vorhersagt.

DIE ELEKTRONISCHEN HELFER
Auch Fahrer, die noch nie am Steuer eines Geländewagen gesessen haben, kommen auf Anhieb mit dem Discovery klar. Der Grund ist, daß viele elektronische Helferlein den Fahrer unterstützen. Mehrere verschiedene Systeme sorgen auch bei schwierigem Untergrund, wie z.B. Eis oder Schnee, für den Fahrer fast unbemerkt, dafür, daß das Fahrzeug auf der Straße bleibt.
Der Vorteil :
Eine lange Einarbeitungszeit oder tagelange Schulung ist nicht erforderlich, wenn man einem Mitarbeiter oder einem Polizeibeamten den Wagen für einen Einsatz mitgeben will.

Hier ein kurzer Überblick über die Systeme:

ABS = Anti Blockier System (4-Kanal)

ACE (Active Cornering Enhancement) = Stabilitätskontrolle, hydraulisch betrieben und elektronisch geregelt. ACE begrenzt in Kurven die Seitenneigung der Karosserie auf ein notwendiges Minimum und erlaubt trotzdem im schwierigen Gelände die dort so wichtige, große Achsverschränkung.

ASC (Anti-Shunt Control) = Reduziert eventuelle Lastwechselreaktionen des Antriebsstranges während des Gangwechsels durch blitzschnelle Anpassung des Zündzeitpunktes

EBD (Electronic Brake Distribution) = Elektronische Verteilung der Bremskraft auf Vorder- und Hinterachse.

ETC (Electronic Traction Control) = Vollautomatisches, elektronisch gesteuertes Traktionssystem (Anti-Schlupf-Kontrolle), dessen Funktion sogar die bisher nötige mechanische Zentraldifferential-Sperre ersetzt. Die Drehgeschwindigkeit eines jeden Rades wird über die ABS-Sensoren überwacht. Dreht ein Rad durch, wird es abgebremst und die Antriebskraft auf die übrigen Räder mit Traktion geleitet.

FTC = Elektronische Drosselklappensteuerung

HDC (Hill Descent Control) = Bergabfahrhilfe, die das Fahrzeug selbst schlüpfrige Gefällstrecken sicher hinunterkriechen läßt.

SLS (Self Leveling Suspension) = Selbstregulierende Hinterachs-Luftfederung
 

BGS KAUFT DISCOVERY
Behörden haben sich bereits von den Vorteilen des -Fahrzeugs überzeugen lassen:
Auf der Internetseite von Land Rover (www.landrover.de) war kürzlich zu lesen, daß sich das Beschaffungsamt des Bundesinnenministeriums nach einer internationalen Ausschreibung für den New Discovery Td5 entschieden hat: Für den Bundesgrenzschutz und die Bereitschaftspolizeien der Länder wurden 350 Discovery geordert. Damit steigt der Verkauf von Flotten- und Behördenfahrzeugen bei Land Rover auf rund zehn Prozent der Neuwagenverkäufe.

Bei der Landespolizei Thüringen fahren seit Januar 1999 zusätzlich 12 Land Rover Freelander 2,0 Diesel im Funkstreifeneinsatz.
Land Rover Freelander (Polizei Thüringen)

Es gibt viele Geländewagen auf dem Markt. Warum entschied sich eine Behörde bei diesem Großauftrag (Stückpreis incl. polizeiliche Sonderausstattung ca. DM 90.000), nun gerade für den Discovery ?

Der Autor hatte Gelegenheit zu einem Interview beim Bundesinnenministerium (BMI):
Zunächst einmal wurde vom BMI erklärt, daß sich jeder Geländewagenhersteller an der internationalen Ausschreibung beteiligen konnte, solange seine Fahrzeuge in Deutschland zulassbar sind. In einem Ausschreibungsblatt wurden gewisse Grundkriterien (z.B. Fünftürer etc.) festgelegt. Aufgrund der Kriterien schieden schon die ersten Fahrzeuge aus.
Außer Rover beteiligte sich z.B. Toyota mit dem SJ90 am Test, der jedoch aufgrund seiner geringen Nutzlast durchfiel. Mercedes nahm wieder mit den G-Modellen teil, mit denen schon einmal die erste Ausschreibung gewonnen wurde. Nun waren diese Modelle jedoch fast doppelt so teuer wie der spätere Sieger und wurden daher nicht mehr in Betracht gezogen.

Opel Frontera war mit Rover in der Endausscheidung. Von beiden Fahrzeugen wurden je zwei Muster gekauft. Je ein Modell ging zur Erprobungsstelle der Bundeswehr in Trier zur 8-wöchigen Probefahrt, das andere wurde von Technikern auf Herz und Nieren geprüft. Verglichen wurden aber auch die Folgekosten: Was kostet eine Werkstattstunde, was kosten vergleichbare Ersatzteile (z.B. Lichtmaschine) wie sind die Wartungsintervalle ?

Einstimmiges Urteil von Bundesinnenministerium, Beschaffungsamt, Bundesgrenzschutz und Bereitschaftspolizei: Der Discovery ist der Beste !

Der Interviewpartner beim BMI meinte auf die Frage nach der Zusammenfassung der Gründe, daß der Hauptgrund für den Discovery die Wirtschaftlichkeit (u.a. geringer Benzinverbrauch) und die niedrigen Folgekosten gewesen sei. Der Frontera verlor letztlich u.a. auch, weil er zu klein, sprich das Platzangebot zu schlecht war. Der Monterey hätte evt. bessere Chancen gehabt.

Natürlich hat ein Discovery für den rauen Einsatz an Deutschlands Grenzen, Flughäfen, Bahnhöfen und bei Demonstrationen eine andere Ausstattung als der beim Rover Händler in der Stadt.
Ihre Spezialausstattung bekommen die amtlichen Discovery von der Firma

Wietmarscher Ambulanz- und Sonderfahrzeug GmbH
Tel. 05925-991-0 (Herr Gollub)

Die Sonderausstattung umfasst u.a.:

Einbau der Funkgeräte (2 m und 4 m, incl. erweiterte Funkentstörung und separatem Stromkreislauf), Waffen- und Schildehalterungen (Regaleinheit).

Die Lackierung bzw. Beklebung ist beim BGS uni-grün, bei der Bereitschaftspolizei im bekannten grün-weiß (Motorhaube und Türen in RAL 6029 grün).

Bei den Fahrzeugen wird die normale Verglasung gegen teurere, aber unzerbrechliche Polycarbonatscheiben ausgetauscht, im Einsatz bei Demonstrationen ein unschätzbarer Vorteil.

Weiterhin werden die Türen mit einem Durchstichschutz aus GFK-Gewebe von der Firma Mehler versehen.

Blaulicht, Sondersignalanlage (Hella RTKA 4) und Anhaltesignalgeber („Stop Polizei“)ist ein Muß bei jedem behördlichen Einsatzfahrzeug.

Eine Notlaufbereifung (Tyron) erlaubt es, trotz Plattfuß bis zum Reifenwechsel weiterzufahren.

Eine zweite Batterie verhindert Startprobleme. Waffenkasten (MP 5, Heckler und Koch), Laderaumgitter, zusätzliche Leseleuchten und ein zweiter Innenspiegel komplettieren die Ausstattung. Für den Einsatz in schwierigem Gelände läßt sich der Land Rover Discovery mit einer Frontseilwinde für die Selbstbergung ausrüsten.
Land Rover New Discovery

Die Seilwinde: Bei manchem zivilem Geländewagen ziert sie die Stoßstange, und auch bei der Streifenfahrt im Waldgebiet an der polnischen und tschechischen Grenze im Kampf gegen Schleuser kann sie oft sehr nützlich sein. Ist man als einziges Fahrzeug unterwegs und fährt sich fest, kann man sich damit sehr einfach selbst aus dem Graben ziehen. Auch ein über die Straße gestürzter Baum ist mit einer Seilwinde schnell aus dem Weg geräumt.

Bei der     Firma Taubenreuther,
Kulmbach
(Tel.09221-95620,
www.taubenreuther.de oder verkauf@taubenreuther.de) dem führenden Importeur von Seilwinden der Marke „Warn“, arbeitet man bereits an einer speziellen Ausführung für den Bundesgrenzschutz.
(Besonders interessant ist aber auch der Taubenreuther-Windenanbausatz „Hidden System“. Von der eigentlichen Seilwinde ist nur noch das mit einem Gummiformteil abdeckbare Seilfenster zu sehen. Dies wird sicher auch den zivilen Nutzern entgegenkommen, die das elegante Äußere des Discovery nicht durch eine weit vorstehende Winde verunzieren wollen. Man will sie aber für Notfälle immer dabei haben, sie soll schnell einsatzbereit sein.)
Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Winde durch ein sogenanntes „Multi-Mount-System“ vorn oder hinten, ja sogar an einem anderen Fahrzeug anzubringen. Eine Aufnahmehalterung ist hierbei bereits eingebaut, die Winde selbst wird dort aber erst angebracht, wenn sie benötigt wird. )

Die Firma MK-Wirtschaftsdienst GmbH, ein privates Bewachungsunternehmen aus dem Sauerland, hat bereits einen Discovery XS bestellt und ist somit vermutlich die erste Bewachungsfirma, die dieses Fahrzeug einsetzt. Der Geschäftsführer: „Wir haben außerhalb des Stadtgebietes und in Waldgebieten gelegene Objekte, die wir, z.B. im Falle einer Alarmauslösung, auch bei Schnee und Eis erreichen müssen. Mit diesem Fahrzeug ist es kein Problem mehr.“

Ob sicher zum Einsatzort während des Dienstes oder sicher nach Hause mit der Familie - mit dem Landrover New Discovery kommt man immer an. Das Fahrzeug trägt jedenfalls seinen Teil dazu bei.
(Stand: 08.02.1999)

Autor:
Rolf G. Wilmink
MK-Wirtschaftsdienst GmbH
Tel. 02391-3945
Fax 02391-3706
EMail: mkw-detective@t-online.de